Hobbytriathlet Markus Counter / Zhler

Freitag, 29. Mai 2009

Wechselzonentraining

Hallo liebe Leute,

gestern hatte ich bei meinem Trainer, Gerhard Brandl, ein Wechselzonentraining. Meine Wechselzeiten waren sehr schwach, und da kam es mir gerade recht, dass Gerhard derartiges anbietet.

Man erscheint bei Gerhard mit der kompletten Ausrüstung wie man sie bei einem Triathlon auch benötigt, also Schwimmbekleidung inklusive Neopren, Rad und Radbekleidung sowie Laufbekleidung.

Zuerst wird die Wechselzone eingerichtet, wie bei einem Sprinttriathlon oder einer Kurzdistanz. Gerhard hat mich mal den Platz herrichten lassen, und danach hat er mir die Verbesserungen gezeigt, und gleichzeitig auch erkärt, warum es auf die andere Art besser ist als auf die bisherige. Er zeigte mir auch von welcher Seite ich das Rad aus dem Ständer nehmen soll, damit ich wieder einige Sekunden sparen kann. Das beste an diesem Teil war, dass mir Gerhard seine Triathlon(Rad)schuhe verkauft hat ;-). Ich hatte bisher nur normale Radschuhe, wo die oberste Schnalle ein Ratschenverschluss ist. Daher sind diese Schuhe nicht geeignet schon vor dem Start in die Pedale eingeklickt zu werden. Gerhards Schuhe (jetzt meine) sind Triathlonschuhe mit 2 Klettverschlüssen, die nach aussen hin aufgehen, und dadurch sich nicht in der Kette verfangen können.

Da die Schuhe alleine noch nicht helfen und ich nicht wusste, wie man mit den eingeklickten Schuhen auf's Rad aufsteigt und wegfährt, wurde mir das auch bestens erklärt. Leider habe ich mich beim ersten Versuch derart ungeschickt angestellt, dass ich mir den grossen linken Zeh auf dem Beton ziemlich demoliert habe, der dann die Nacht über etwas geschmerzt hat. Aber beim zweiten Mal konnte ich es schon, jetzt liegt es an mir, das regelmässig zu üben.

Nachdem die Wechselzone richtig eingerichtet war, sind wir zum Schwimmbecken gegangen, und von dort wieder zurück zur Wechselzone, um sich den Weg genau anzusehen, also wie im Wettkampf: wo steht mein Rad, wo geht es aus der Zone raus, wo wieder rein usw. Danach hiess es in den Neo rein. Gerhard erzählte mir, dass er knapp vor diesem Training schwimmen war und er gestoppte 8 Sekunden benötigte um in den Neo zu kommen. Ich habe das auch mal gestoppt, ich benötige 5 Minuten ;-). Gerhard hat mir beim Anziehen Tipps gegeben, wie es leichter, besser und schneller geht.

Der Neo war an, dann hiess es bei 10° Aussentemperatur ab in das Becken und ein wenig schwimmen. Mein Trainer war sehr zufrieden mit meiner Schwimmtechnik, daher durfte ich recht rasch aus dem Wasser wieder raus, und das Spiel begann. Raus aus dem Wasser, mit dem kaputten Zeh zur Wechselzone humpeln, den Neo ausziehen. Auch hier bekam ich wieder hilfreiche Tipps, wie ich schneller und leichter aus dem Neo rauskomme.

Dadurch dass wir die Wechselzone vorher bestens hergerichtet hatten, hatte ich alles schnell zur Hand, schnappte mein Rad wie es sich für einen Triathlon gehört, also nur mit einer Hand, und diese am Sattel (haben wir auch geübt), und ab dem Ende der Wechselzone auf's Rad. Dieses mal klappte es bestens, und ich drehte eine kleine Runde mit dem Rad. Dann rechtzeitig aus den Schuhen raus, und die letzten Meter vor dem Wechsel mit ausgezogenen Schuhen radeln. Das Rad wieder nur mit einer Hand zum Platz zurückschieben, schnell die Laufschuhe an, wo wir die Schnürrsenkel durch Lock Laces ersetzt hatten, und wieder raus aus der Wechselzone.

Gerhard hat mir sehr viele nützliche Tipps gegeben. Jeder Tipp bringt nur wenige Sekunden, aber alles zusammen macht dann schon eine Menge aus (er erklärte es mir auch anhand vom Radfahren: angenommen in Klagenfurt beim Ironman sind mit dem Rad 60 Kurven zu fahren. Bei jeder Kurve spart man durch gute Radtechnik 4 Sekunden, dann sind das insgesamt 4 Minuten!!! Ist also einleuchtend, dass man diese kleinen Änderungen in der Wechselzone sich zu Herzen nimmt und auch versucht so umzusetzen, dass sind dann 1, 2 Minuten, die man nicht beim Laufen oder Radfahren schneller sein muss.).

Kurz zusammengefasst: es macht immer Spass bei Gerhard zu sein und mit ihm zu plaudern. Man lernt aus diesen Plaudereien schon sehr viel, und wenn er dann richtig in seinem Element ist, wie z.b. bei diesem Wechselzonentraining, da kann man sehr viel von ihm lernen. In den Zeitschriften oder im Internet findet man nur sehr wenig derartige Informationen. Und wenn man diese Informationen findet, dann hat man keinen der einem zeigt, dass z.b. der Helm falsch auf dem Lenker liegt (der Nachbar könnte den Helm vielleicht unabsichtlich runterwerfen, also ist der Helm am Lenker ein klein wenig anders zu platzieren, als man es selbst machen würde). Ich glaube, es war ein sehr gut investiertes Geld, und vor allem die Zeit vergeht jedes mal wie im Flug.

Bin schon auf den nächsten Triathlon, der in 3 Wochen stattfinden wird (da ist hoffentlich mein Zeh wieder in Ordnung), gespannt, um wieviel schneller ich in der Wechselzone geworden bin (ich werde es euch wissen lassen).

Ich wünsche euch einen schönen Abend,
Markus!

Donnerstag, 28. Mai 2009

Vergleich Ironman70.3 2008 und 2009

Liebe Freunde,

hier vom Ironman70.3 St. Pölten meine Zeiten aus dem Jahr 2008 und aus dem Jahr 2009:

2008:
Schwimmen: 36:08
Wechsel 1: 6:52
Rad: 3:01:47
Wechsel 2: 4:47
Laufen: 1:51:44
Gesamt: 5:41:19

2009:
Schwimmen: 33:48
Wechsel 1: 5:04
Rad: 2:50:35
Wechsel 2: 2:48
Laufen: 1:53:23
Gesamt: 5:25:40

Markus!

Mittwoch, 27. Mai 2009

Ironman70.3. St. Pölten, 24.5.2009

Liebe Leser meines Blogs,

der für mich erste grosse Triathlon in diesem Jahr ist vorbei. Gleich vorweg, ich bin enttäuscht. Aber schön langsam der Reihe nach.

Begonnen hat das Wochenende für mich am Freitag morgen mit dem Abholen der Startunterlagen. Das Wetter war nicht gerade schön, aber zum Registrieren ist das Wetter relativ egal. Nach dem Registrieren habe ich noch einen kleinen Bummel durch die Expo gemacht und einiges eingekauft. Ja, nicht nur die Frauen können das, auch wir Männer sind sehr gut darin ;-).

Da das offizielle Getränk für den Ironman70.3. sowie für den Ironman Klagenfurt in Ö nur sehr schwer (für mich gar nicht) erhältlich war, habe ich bei der Expo gleich zugeschlagen. Und gut war es, dass ich gleich am Freitag zugeschlagen habe, denn am Sonntag waren die von Infinit ausverkauft.

Am Samstag zu Mittag war ich mit 2 weiteren Kollegen bei einem Kollegen zum Grillen eingeladen. Ich armer musste zusehen wie die sich den Wamst vollgeschlagen hatten, ich wollte meinen Magen nicht mehr mit dem fettigen Zeugs, dass ich allerdings sehr gerne esse, belasten. Gegen 15:00 ging es Richtung St. Pölten zum Einchecken. Die Zeit für den Radcheckin war für mich von 16:30-17:30 oder so ähnlich festgelegt. Um 16:15 war ich beim Bikecheckin und konnte ohne längerer Wartezeit einchecken. Ich hatte eine hohe Startnummer und stand daher mit dem Rad am Anfang der Wechselzone, was bedeutete, dass ich mit dem Rad fast durch die ganze Wechselzone musste, während z.b. die Profis ohne Rad durch die Wechselzone konnten und erst am Ende der Wechselzone ein paar Meter mit dem Rad laufen mussten. So ist halt das Leben.

Nach dem Checkin gab es die traditionelle Rennbesprechung, von der ich auf Grund der Masse und dem dadurch herrschenden Lärm nicht viel mitbekam. War aber egal, habe ja eh schon voriges Jahr mitgemacht. Als die Besprechung zu Ende war sind die meisten sofort zum Buffett gestürzt, obwohl dieses noch nicht geöffnet war. Ich war nicht schnell genug, wollte mich auch nicht anstellen und habe halt gewartet. Dieses warten hat dann eine Stunde gedauert, und da waren die Spagetthi Bolognese schon fast aus. Ich habe noch welche bekommen, aber leider keinen Kuchen mehr, das hat geschmerzt.

Am Sonntag war um 3:30 Tagwache (munter war ich schon früher). Etwas frühstücken, waschen, Zähne putzen, Toillettengang und ab nach St. Pölten. Am Parkplatz habe ich meine Trinkflaschen vorbereitet, alles geschnappt und zur Wechselzone. Dort wurde das Rad bestückt, die Reifen aufgepumpt, die Wege nochmals genau studiert, den Wechselsack begutachten usw. Die Zeit bis zum Start, der um 7:00 für die Profis und 7:45 für mich stattfand, verging wahnsinnig schnell. Ich hatte dieses Mal eine Möglichkeit zum Einschwimmen gefunden, was gut getan hat. Als dann für mich der Einlass in den Startbereich geöffnet war, habe ich mich gleich nach vorne gedrängt, um einen schönen Startplatz unter den 400 Startern in meiner Welle zu bekommen. Ich stand ganz vorne links, war etwas kalt die 10 Minuten im Wasser zu stehen, aber es zahlte sich aus.

Ich kam toll weg, fast keine Prügeleien und habe mich auch von der Fussmassage von den Schwimmern hinter mir nicht beirren lassen (habe aus Grosssteinbach viel gelernt). Nach nicht ganz 34 Minuten entstieg ich dem Wasser und war happy über diese Zeit. Der Wechsel war nicht schlecht, aber da ist noch Potenzial drinnen. Die ersten km auf dem Rad waren schnell, aber es waren noch Reserven vorhanden. Eine wunderschöne Radstrecke, zuerst ca 15 km auf der Autobahn und dann durch die Wachau, und 2 schöne Steigungen. Leider stellte ich bald fest, dass ich trotz regelmässigem Trinken und Nahrungsaufnahme Probleme mit dem Magen bekomme. Nach 2 Stunden auf dem Rad konnte ich keine Riegel mehr essen und auch keine Isogetränke mehr zu mir nehmen, sonst hätte ich mich übergeben müssen. Nur mehr Wasser ging halbwegs. Nach 2:50 auf dem Rad erreichte ich die 2. Wechselzone.

Die ersten Laufkm gingen noch einigermassen, ich hatte mir sofort zu Beginn der Laufstrecke ein Gel und ein Cola genehmigt. Doch von km zu km wurde es mit dem Magen schlimmer, zwischen km 7 und 8 musste ich in die Büsche. Und von da an ging es abwärts. Die kmZeiten wurden immer schlechter, ich konnte keine Gels mehr nehmen, nur mehr Cola und Wasser. Daher fehlte mir auf den letzten Kilometern der Sprit und kam ziemlich erschöpft ins Ziel. Für den Halbmarathon benötigt ich 1:53 und insgesamt 5:25. Ich war enttäuscht, denn es wäre viel mehr drinnen gewesen, ich hatte mich gut gefühlt.

Aber besser jetzt als in Kärnten. Ich denke, es war das enge Shirt schuld. Ich hatte es zwar im Training einige Mal an, aber nie bei längeren Einheiten. Dieses Shirt hat mich ziemlich eingeengt, und als ich es ausgezogen hatte, habe ich sofort eine Erleichterung gespürt. Weg damit, heute wird eine neues besorgt.

Die Stimmung war super, das Wetter war toll, beim Laufen etwas zu heiss (der Radcomputer zeigte in der prallen Sonne 39°), aber es hat mir, bis auf die Probleme, sehr gut gefallen und auch viel Spass gemacht!!!! Und mit diesem Start konnte ich mich schon für den IM Klagenfurt 2010 anmelden, was ich sofort genützte habe.

So, der erste grössere Wettkampf ist geschlagen, ich weiss, wo ich stehe und was ich besser machen kann, ich bin für Klagenfurt sehr optimistisch.

So long,
Markus!

Freitag, 22. Mai 2009

Fotos



Hier noch 2 Fotos vom Sprinttriathlon Grosssteinbach.

Markus!

Ein Trainer muss her

Liebe Freunde,

nach meinem ersten erfolgreich absolviertem Ironman entschloss ich mich, dass ich mal im Internet recherchiere, welche Triathlontrainer es gibt, was die bieten und leisten usf.

Der Trainingsplan von Triathlon-szene war nicht schlecht, aber das ist ein genereller Trainingsplan und nicht auf die Bedürfnisse eines einzelnen zugeschnitten. Im Winter standen lange Radausfahrten auf dem Programm, die ich nur deshalb absolvieren konnte, weil wir keinen Schnee hatten. Was aber, wenn Schnee ist? Was, wenn ich krank bin? Was, wenn ich mal in einer Woche nicht genügend Zeit habe? Diese Fragen und noch viele mehr konnten mit diesem Trainingsplan nicht beantwortet werden.

Im Internet findet man eine Menge Angebote, aber ich denke, nur in einem persönlichen Gespräch findet man heraus, ob die Zusammenarbeit passen könnte oder nicht. Mein erstes persönliches Gespräch hat ich mit der "Triathlonlegende" Gerhard Brandl. Ich habe ihn beim Ironman in Krumpendorf mit einer Tafel "Die erste Triathlonschule" gesehen. Im Internet habe ich sofort seine Adresse gefunden und mit ihm per Mail Kontakt aufgenommen. Gerhard bot mir sofort einen Termin an, den ich sehr gerne annahm.

2 Stunden waren angesetzt, und ich hatte diese 2 Stunden vollkommen ausgenützt. Es war ein tolles Gespräch, man merkte sofort, Gerhard lebt für diesen Sport. Ich musste nicht lange überlegen und wollte auch kein Gespräch mit anderen Trainer suchen, für mich stand sofort fest, Gerhard wird mein Trainer. Gerhard zeigte mir auch einige Wochentrainingspläne (er erstellt jede Woche individuelle Pläne, die meist am Freitag per Mail verschickt werden), es passte alles. Ich hatte auch meine Trainingsaufzeichnungen mit, damit er sich auch ein Bild von mir machen konnte. Es passte alles, wir gingen eine Partnerschaft ein.

Noch am selben Wochenende bekam ich von Gerhard meinen ersten Trainingsplan mit diversesten Infos. Von da an begann für mich eine ganz neue Art des Trainings. Keine vagen Pulsvorgaben mehr, mir wurde genau vorgegeben, z.b. mit Puls 120 40 Minuten lang zu laufen. Die erste Bewährungsprobe für Gerhard war der Businessrun, der ca 4 Wochen nach Beginn unserer Partnerschaft stattfand. Gerhard hatte mich sehr gut auf diesen Zeitpunkt hintrainiert, ich absolvierte diesen Run in knapp über 17 Minuten (4km, ca 11000 Läufer). Danach begann das abtrainieren, denn wir hatten vereinbart, die ersten beiden Oktoberwochen eine Pause einzulegen, um dann voll durchzustarten.

Gleich nach der Pause nahm ich bei Gerhard eine Trainerstunde Schwimmen. Leute, diese Trainerstunde hat mich wahnsinnig nach weit nach vorne gebracht. Das war ein sehr gut investiertes Geld. Gerhard stand am Beckenrand, hat von allen Seiten genau geschaut und sofort die Korrekturen durchgeführt. Ich bin nie länger als 1 Minute geschwommen. Wenn ich mir im Schwimmbad andere Trainer ansehe, die 2m vom Beckenrand auf dem Sessel sitzen und nur sagen, schwimm jetzt 400m in 8:00, und keinerlei Korrekturen vornehmen, dann stelle ich immer wieder fest, ich habe die richtige Wahl getroffen. Ebenso nahm ich eine Trainerstunde für's Laufen, auch da musste einiges korrigiert werden. Ich merke es selbst, dass es jetzt leichter geht, auch wenn ich nicht unbedingt schneller bin, es ist ganz einfach kraftsparender.

2 Laktattests habe ich bei Gerhard schon durchgeführt. Der erste war gleich zu Beginn der neuen Saison Ende Oktober, der zweite 3 Monate später. Die Wattzahlen haben sich zwar nicht erhöht (bei 300 ist noch immer Schluss ;-)), dafür ist aber der Puls um einiges runtergegangen. Ich habe auch nicht erwartet, dass ich mehr Watt bringen kann, denn wir haben über den Winter nur Grundlagen trainiert, dass heisst, mehr als 90% auf dem Rad mit Puls 110 und beim Laufen mit Puls 120.

Anfangs waren diese niedrigen Pulswerte ein Problem, man muss sich zurücknehmen, selbst drosseln. Doch es ging, schon nach ein, zwei Ausfahrten bzw. Läufen war es kein Problem. Jetzt kann ich die Früchte dieser Arbeit ernten und stelle auch selbst fest, dass ich eine sehr gute Grundlage habe. Mittlerweile arbeiten wir in höheren Intensitäten, ich bin sehr optimistisch was den Ironman betrifft.

Gerhard gab mir auch sehr viele Tipps und eine tolle Unterstützung bei meiner Saisonplanung. Meine Planung sah nur den Brückenlauf am 1.5. vor, den Ironman70.3 in St. Pölten am 25.5. sowie den Ironman Austria am 5.7. Diese Wettkämpfe wurden um viele mehr erweitert, und die bestreite/bestritt ich aus dem vollen Training heraus.

Der erste Wettkampf war ein Radmarathon, rund um den Neusiedlersee. Gesamt 127km, 650hm, am 26. April. Ein wunderschöner Bewerb, es waren Triathlonräder erlaubt. Das Wetter war sehr schön, aber es herrschte starker, böiger Wind. Der harte Teil waren die letzten 30km, da war Gegenwind von links vorne, man konnte daher nicht auf dem Triathlonauflieger. Ich absolvierte diese 127km in 3:51 und stellte fest, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keine härteren Radeinheiten hinter mir hatte, dass ich schon eine gute Radform hatte.

Nicht ganz eine Woche drauf, am 1.5. fand der Brückenlauf, ein 10km Lauf statt. Wieder aus dem vollen Training heraus, fast keine Intervallläufe davor. Ich ging mit keinerlei Erwartungen in dieses Rennen und sah es als reines Training mit höherer Intensität an. Das Ziel erreichte ich nach 41:58, für mich eine neue Bestzeit bei diesem Lauf, und das ohne spezieller Vorbereitung! Vielen Dank Gerhard, auch auf dem Laufsektor hast du mich weitergebracht!

2 Wochen drauf fand der erste Triathlon statt. Am 16.5. nahm ich beim Sprinttriathlon in Grosssteinbach teil, und wie immer, aus dem vollen Training heraus. Es war diese die letzte wirklich anstrengende Woche eines Trainingsblocks, Ziel war es, sich in dieser Woche total zu verausgaben, alle Speicher komplett zu entleeren, was auch geglückt ist. Müde stand ich am Start, zu diesem Zeitpunkt war das Wetter noch halbwegs in Ordnung. Es war Regen angesagt, und der setzte genau zu dem Zeitpunkt ein, als ich auf's Rad stieg und endete nicht mehr. Das Schwimmen war nicht optimal, ich ging es zu schnell an und büsste bereits nach wenigen Metern dafür. Ich fing mich aber bald und beendet das Schwimmen als 6. in meiner Altersklasse. Die beiden Wechsel waren schon sehr viel schneller als die Saison zuvor, aber da bin ich noch immer zu langsam und muss daran arbeiten.

Am Anfang der Radstrecke überholten mich einige wenige aus meiner Altersklasse (wir starteten in der letzten Welle), aber ich konnte auch sehr viele vor mir gestarteten überholen. Wie gesagt, alles im Regen, und das sagt mir nicht zu. Bergauf kein Problem, beim bergab nehm ich dann doch lieber Tempo raus. Das Laufen ging ich etwas vorsichtiger an. Es waren 5km zum grössten Teil auf Wiesen zu laufen, gleich zu Beginn mussten wir eine kleine Böschung hoch. Beim Laufen hat mich keiner mehr überholt, da war nur mehr ich auf der Überholspur und sammelte eine Menge aus den Altersklasse vor mir ein. Das Ziel erreichte ich als 12. von 33 (meine Altersklasse) in knapp unter 1:17 (der Gesamtsieger benötigt 1:02). Dafür dass dieser Triathlon am Ende einer harten Woche war, war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Auch die Laufleistung stimmte, denn ich konnte auf diesen 5km die selbe Zeit laufen wie beim Brückenlauf.

Für mich steht fest, Gerhard ist ein sehr guter Trainer, ich kann auf jeden Fall eine Leistungssteigerung feststellen, und das obwohl die wahren Einheiten, die, die mich wirklich nach vorne pushen sollen, erst kommen.

Das war es von meiner Seite für dieses Mal. Am Sonntag findet in St. Pölten der Ironman70.3 statt, wo ich teilnehmen werde. Heute war ich bereits meine Startunterlagen holen, morgen werde ich einchecken, und am Sonntag geht es los. Ich habe schon ein angenehmes Kribbeln im Bauch, eine positive Nervosität, ich kann es schon fast nicht mehr erwarten, dass endlich der Startschuss fällt.

Selbstverständlich werde ich euch von meinem Rennen berichten, ich hoffe, es wird so, wie ich es mir erwarte, und ich kann nach dem Rennen sofort wieder ins Training einsteigen.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, haltet mir die Daumen,
Markus!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Ironman Austria 2008

Liebe Leser meines Blogs,

am 13.7.2008 nahm ich am Ironman Austria teil. Es war meine erste Teilnahme an einem Ironman, zuvor hatte ich an 2 Kurzdistanzen und an einer Mitteldistanz teilgenommen.

Voll motiviert und sehr gut vorbereitet sind meine Frau und ich am Freitag morgen nach Kärnten gefahren. In Pörtschach am Wörthersee hatten wir in einer wunderschönen Frühstückspension unser Zimmer, leider ohne Blick auf den See. Von der Pension mussten wir nur über die "Promenade" gehen, die gerade mal 2m breit ist, und kamen direkt auf den pensionseigenen Badestrand, der sehr schön hergerichtet war. Für mich die besten Bedingungen, denn so konnte ich meine letzten Schwimmeinheiten im Wörthersee ohne Stress durchführen.

Am Freitag Abend ging es nach Klagenfurt zur Registrierung und zur anschliessenden Pastaparty. Da es die Tage zuvor geregnet hatte, war es etwas matschig, aber von den Organisatoren wurde das sehr gut behoben. Während des Tages wurde das Wetter immer besser, und es hielt auch am Abend an. Daher war es im Festzelt ziemlich heiss. Aber wir konnten uns einen Platz an der Seite ergattern, wo die Seitenteile des Zeltes offen waren und es daher nicht so schwül war. Das Buffett war hervorragend, vor allem das Nachspeisenbuffett. So viele verschiedene Mehlspeisen, ein Traum für mich (ich esse sehr gerne Mehlspeisen!!!), aber leider musste ich mich da auf Grund des bevorstehenden Ereignisses zurückhalten, was mir sehr schwer gefallen war.

Am nächsten Tag war sehr früh Tagwache, da ich am Morgen eine kurze Schwimmeinheit mit Neo absolvierte. Danach ging es zum üppigen Frühstücksbuffett. Um 10:00 war die Wettkampfbesprechung angesetzt, und ich nutzte diese Möglichkeit um mit dem Rad die paar km nach Klagenfurt zu fahren und somit die letzte Radeinheit zu absolvieren. Es war ein tolles Ereignis zu sehen, wie die Athleten ins Zelt strömten, die Atmosphäre war toll, die Anspannung stieg immer mehr. Nach der Besprechung ging es in etwas flotterem Tempo zurück nach Pörtschach mit einem anschliessenden 15-Minuten-Lauf.

Nach dem Lauf suchte ich die Abkühlung im See, das tat gut. Leider hatte ich dabei eine meiner Kontaktlinsen verloren und kein weiteres Paar dabei. Somit ging die Suche nach einem Optiker an. Beim Hartlauer in Klagenfurt wurde ich fündig, jetzt benötigte ich nur mehr einen Stadtplan von Klagenfurt. Die Pensionsinhaberin war so nett und gab mir einen Plan. Dieses Jahr werde ich besser vorbereitet sein und mir ein zweites Paar Kontaktlinsen mitnehmen, und ein Navi habe ich mittlerweile auch, also sollte nichts schiefgehen.

Ich machte mich auf den Weg nach Klagenfurt und nahm auch gleich meine Wechselsäcke sowie mein Rad mit, damit ich auf dem Retourweg einchecken konnte. Den Hartlauer hatte ich sofort gefunden, der Verkäufer hatte auch schon die Linsen hergerichtet, somit war dieser Punkt recht schnell abgehandelt. Jetzt ab zum Einchecken. In St. Pölten musste ich beim Radeinchecken eineinhalb Stunden warten, also stellte ich mich hier auch darauf ein. Aber es gab keine Warteschlange, ich kam sofort dran. Mit dem genauem Studium der Wechselzone dauerte das Einchecken vielleicht 30 Minuten.

Als ich zum Auto, das ich auf dem Uniparkplatz geparkt hatte, zurückkam, die böse Überraschung: ein Strafzettel. Der Parkwächter war noch da, ich versuchte ihn leider erfolglos zu überreden, dass er die Aktion rückgängig macht. Bei 50,- € hätte dieser Strafzettel ausgemacht. Ich habe aber nach dem Ironman die Veranstalter auf diesen Strafzettel aufmerksam gemacht (auf der Homepage stand, man kann auf diesem Parkplatz parken!), und gemeinsam mit dem Bürgermeister erreichten sie, dass die Strafzettel nicht zu zahlen waren.

Meine Frau war mittlerweile mit dem Schiff nach Velden gefahren und ich habe sie dann mit dem Auto abgeholt. Aber eine gute Mehlspeise in Velden musste für mich drinnen sein ;-). Und schon war es Abends und wir gingen Abendessen. Der erste Ironman stand bevor und ich hatte keine Ahnung, was ich essen soll. Somit entschied ich mich für eine Pute natur mit Reis und Gemüse. War anscheinend nicht so schlecht für den Magen, denn am nächsten Tag hatte ich keine Probleme.

An diesem Abend fand in Pörtschach auch die Starnacht am Wörthersee statt, unsere Pension war in der Nähe (Luftlinie 100m) des Stadions. Es hatte nicht gestört, das Konzert hat mich sogar zum einschlafen gebracht (vielleicht auch auf Grund des stressigen Tages). Trotz aller Erwartungen bin ich sehr bald eingeschlafen und schlief bis 3:45, als der Wecker läutete, durch. Ich hatte mich auf eine unruhige Nacht eingestellt, aber es war zum Glück nicht so. Schnell die Zähne putzen, waschen, alles schnappen und leise das Zimmer verlassen und ab nach Klagenfurt. Als Frühstück hatte ich mir 2 Semmeln mit Schinken vorbereitet, die ich dann in Klagenfurt gegessen hatte.

Knapp vor 5:00 ging ich zum Rad und richtete es entsprechend her, schaute mir nochmals die Wechselzone genau an. Dann schnell ab ins Strandbad und die tolle Atmosphäre aufnehmen. Leute, das müsst ihr erlebt haben, das kann man nicht erzählen. Es waren schon sehr viele Leute da, man sah überall die Anspannung, aber so eine tolle Stimmung, ein Wahnsinn. Danach ging es nochmals zurück zum Auto, die Luftpumpe reinlegen und den Neo holen, und ab um den Streetwearsack abzugeben. Mittlerweile war es schon 6:15 und eine Menge Leute strömten ins Strandbad. Vor der Zeitnehmungsmatte zog ich mir den Neo an, und dann war schon der erste Stau, alle wollten über die Matte rein in den Startbereich. Es ging sich gerade so aus, dass ich 5 Minuten vor dem Start in Stellung gehen konnte.

Der Pfarrer sprach noch sein Gebet und es ging schon los. Der Startschuss war noch nicht ertönt, da stürmten schon die ersten los und die Masse hinterher. Der erste km beim Schwimmen war ein Wahnsinn, da ging es rund. Ich musste immer wieder mit dem kraulen aufhören, da so viel los war. Das kostete mich viel Zeit, aber da der Tag noch so lang war, war es mir egal. Nach der ersten Boje ging es dann sehr gut dahin, ab der zweiten Boje war überhaupt kein Gedränge mehr. Im Lendkanal wurde es wieder etwas eng, aber es ging recht flott dahin.

Nach 1:13 stieg ich aus dem Wasser. Wie bei mir üblich dauerte der Wechsel wieder mal länger, ich benötigte knappe 7 Minuten. Die ersten km auf dem Rad gingen flott dahin, das Wetter war zum Radfahren sehr gut. Es hatte um die 20°, leicht bewölkt, ab und zu tröpfelte es ganz leicht. Auf der ersten Runde waren noch nicht so viele Leute am Strassenrand, doch bei der zweiten Runde waren es ein Wahnsinn. Vor allem beim Anstieg Richtung Faaker See standen so viele Leute, dass man die Labestation fast nicht mehr sah, und es hatte gerade mal ein Radfahrer Platz um durch diesen Spallier zu kommen. Wieder: das muss man erlebt haben, diese Stimmung gibt zusätzlich Kraft!

30km vor dem Ende begann es stark zu regnen und auch ein Gewitter ging nieder. Man musste vorsichtig sein, denn viele km gingen ab jetzt bergab. Nass erreichte ich nach 5:42 die Wechselzone, und mir war saukalt. Zum Glück hatte ich wieder prallvoll gefüllte Wechselsäcke und hatte ein Handtuch mit, trockenes Shirt, trockene Hose, trockene Socken. Ich benötigt dafür aber auch fast 10 Minuten in der Wechselzone.

Die ersten Laufkm sind normalerweise die härtesten. Aber in Klagenfurt kommt man aus dem Zelt heraus und schon stehen dort soviele Zuschauer die einen anfeuern, dass man die Schmerzen vergisst, dass einem der Regen egal ist, dass einem die vielen Pfützen egal sind. Nach 5km hörte es auf zu regnen und die Sonne kam etwas durch. Es war nicht zu heiss, ein tolles Wetter zum laufen. Der Marathon ging so schnell vorbei (obwohl ich 4:19 benötigte), ich konnte es gar nicht fassen. Ich hatte fast keine Schmerzen, der Magen rebellierte nicht, es ging also so toll dahin!

Der schönste Moment waren die letzten 500m! Mit Stolz sagte ich den Damen, die einen einweisen (entweder in den Zielkanal oder eine weitere Laufrunde), dass ich es geschafft habe, und genoss den Zieleinlauf. So viele Zuschauer, alle waren begeistert, es kam eine derart positive Stimmung herüber, unbeschreiblich. Dieser Zieleinlauf wird mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben!

Mein erster Ironman dauerte genau 11:31:17, i am an Ironman!

Meine Frau war auf Grund des schlechten Wetters in Pörtschach geblieben, daher beeilte ich mich, ass kurz etwas, trank etwas, holte mein Finishershirt, meine Urkunde und fuhr voller Stolz in die Pension. Wir gingen, nachdem ich schnell geduscht hatte, noch etwas essen, und gegen 21:00 fiel ich ins Bett und schlief sehr schnell ein.

Am nächsten Morgen hielten sich die Schmerzen in Grenzen (ich hatte es mir ärger vorgestellt). Da das Wetter nicht mehr so schön war und es leicht daherregnete entschlossen wir uns, dass wir uns auf den Nachhauseweg machen und nicht am Finisheressen teilnehmen (was wir aber heuer machen werden).

Liebe Leute, jeder Triathlet kennt diese tolle Gefühl, einen Triathlon, vor allem einen Ironman, beendet zu haben. Die Zeit ist egal, man ist ein Finisher, ein Ironman. Es ist sehr schwer darüber zu schreiben und zu versuchen die Gefühle zu erklären. Man wird als Verrückter hingestellt von den Leuten, die dieses Gefühl noch nicht erlebt haben (mir erging es zuvor auch so). Aber wenn man einmal dieses Gefühl erlebt hat, dann weiss man, warum man so lange, so hart und so viel trainiert, warum man so viele Entbehrungen auf sich nehmen muss, warum die Familie, die bei mir zum Glück hinter mir steht und mit mir auf mich stolz ist, zurückstecken muss. Man vergisst in diesen Momenten die langen Radausfahrten im Winter, die Läufe bei Kälte, Schnee, Regen, die überfüllten Hallenbäder, man geniest ganz einfach diesen Moment, und zehrt sehr lange von diesen Erinnerungen. Bei mir ist es mittlerweile fast 11 Monate her, dass ich den Ironman beendet habe, aber dieses wunderbare Gefühl ist noch immer da. Und wenn es im Training einmal anstrengender ist, ich weiss jetzt, wofür ich trainiere!

Liebe Leser, vielleicht konnte ich euch ein klein wenig von der Stimmung, von diesem Gefühl rüberbringen, wenn nicht, macht selbst mal einen Triathlon (muss ja kein Ironman sein ;-)).

Liebe Grüsse,
Markus!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Vorbereitungswettkämpfe für den Ironman Austria 2008

Heute will ich euch berichten, wie ich mich für den Ironman Austria 2008 vorbereitet hatte.

Im Internet hatte ich auf http://www.triathlon-szene.de/ Trainingspläne für die verschiedenen Distanzen gefunden. Weiters sind diese Pläne noch unterteilt nach verfügbarer Zeit. Ich hatte mich für den Plan mit den 18 Wochenstunden entschieden, denn so wild sah der zu Beginn gar nicht aus.

Bis Ende September 2007 habe ich noch brav ohne Plan trainiert, im September nahm ich noch an einem Halbmarathon teil, den ich in 1:38 finishte. Und da hatte ich eine sehr gute Renneinteilung, denn jede der 3 Runden war schneller als die vorhergehende. Ich kam nicht mehr so erschöpft ins Ziel wie beim ersten Halbmarathon. Anfang Oktober bis Mitte November, also 6 Wochen, machte ich eine Trainingspause, und in diesen Wochen machte ich vielleicht 2 kürzere, gemütliche Radausfahrten, und 2 kürzere Läufe.

Der Trainingsplan von Triathlon-szene ist so konzipiert, dass man das Datum seines Wettbewerbes eingibt, und dann rechnet das Excel automatisch zurück und sagt einem, wann man mit dem Trainingsplan starten soll/kann. Und für mich war es halt Mitte November, gerade zu Beginn der Kälteperiode.

Da es sich zeitlich nicht immer so ausging wie die Einheiten im Plan vermerkt waren, hatte ich jede Woche immer einige Einheiten innerhalb der Woche verschieben müssen, das machte aber nichts aus. Gleich zu Beginn hatte ich eine 3-Stunden-Radausfahrt auf dem Plan, und das bei nebeligem Wetter und Temperaturen knapp über 0°C. Nach 6 Wochen Pause war diese Einheit ein Horror. Zum Glück waren die darauffolgenden Laufeinheiten etwas gemütlicher (oder hätten sie sein sollen, aber nicht bei mir, denn auf Grund der langen Pause war mein Puls bei den ersten Läufen im Minimaltempo knapp über 150). Die ersten Schwimmeinheiten sind mir auch sehr schwer gefallen, da ich das Schwimmen in dieser Pause total ausgelassen hatte. Es war so, als ob ich beim Schwimmen wieder bei 0 beginnen würde.

Es dauerte eine Weile bis der Puls wieder runter ging, dann war auch schon der erste Test an der Reihe. Hier wurde der jeweilige Maximalpuls beim Laufen und beim Radfahren ermittelt, und nach diesen Pulswerten musste dann trainiert werden. Für mich ein absolutes Novum, denn bisher hatte ich nie nach Puls trainiert. Aber ich habe das schon nach kurzer Zeit als sehr gut empfunden, denn seit diesem Zeitpunkt trainiere ich nur mehr nach Puls, und achte auch so sehr auf meinen Puls (z.b. Ruhepuls am Morgen). Das Wetter wurde immer mieser und kälter, beim Radfahren blieb jede Woche eine 3-Stunden-Ausfahrt auf dem Plan, die ich entweder Samstag oder Sonntag absolvierte, und eine kürzere Ausfahrt, die ich des öfteren im Keller auf der Rolle durchführte. Die Laufeinheiten führte ich meist im Dunkeln durch, was einige Nachteile hatte: die ersten 2km sind asphaltiert, doch dann laufe ich Feldwege, und erst die letzten 2km sind wieder asphaltiert. Wenn es regnete und es dunkel war, dann sah man die Löcher in den Feldwegen nicht und plumpste in die Wasserlacken. Meist kam ich mit nassen Schuhen und Socken heim...

Beim Schwimmen versuchte ich am frühen Nachmittag ins Hallenbad zu kommen, wo nicht mehr so viele alte Leute anwesend waren und es daher etwas disziplinierter zuging. Ab und zu ging ich aber auch erst am Abend, von 19:45 - 21:15 schwimmen, aber danach konnte ich nur sehr schwer einschlafen und daher auch am nächsten Tag nur sehr schwer aufstehen.

Für mich waren die ersten Monate sehr wichtig, denn ich konnte sehr viel über meinen Körper erfahren. Welche Trainingseinheiten vertrage ich wann am besten, wie soll ich die Einheiten am besten zusammenstellen, wann kann ich was essen usw. War eine sehr interessante Erfahrung. Zu Beginn des Jahres 2008 standen immer mehr Einheiten auf dem Plan, an einigen Tagen auch zwei Einheiten. Da machte ich einen grossen Fehler, denn zwischen den Einheiten sollte eine Regenerationspause sein, aber ich habe die Einheiten mit nur einer kurzen (maximal eine Stunde) Unterbrechung durchgeführt. Natürlich wurde mir das relativ rasch heimgezahlt in Form eines Übertrainings. Zum Glück war das noch relativ früh, und ich konnte das nochmals ausbessern. Fast jede Woche konnte ich die 3-Stunden-Radausfahrt im Freien durchführen, ich war der einzige Radfahrer, der bei Minusgraden unterwegs war ;-).

Am 1. Mai stand wieder der Brückenlauf an, den ich aus dem vollen Training heraus bestritt. Ich war dieses Mal ganz knapp unter 43:00 und war dementsprechend stolz. Dieser Lauf gab Auftrieb und zeigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg war. Aber die erste wirkliche Formüberprüfung erfolgte Ende Mai beim Halbironman St. Pölten.

Eigentlich hatte ich mich zu diesem Bewerb nur angemeldet, weil man einen Code für den Ironman Austria 2009 bekam, und man sich dafür schon im Mai stressfrei von zu Hause aus im Internet anmelden konnte, was ich auch nützte. Der zweite Beweggrund war, es waren die selben Veranstalter wie beim Ironman Austria, und es gab eine ähnliche Wechselzone wie in Klagenfurt, was ich natürlich als optimale Vorbereitung für den Ironman ansah.

Da ich erst eine Kurzdistanz hinter mir hatte, wusste ich noch nicht, was beim Halbironman auf mich zukommen wird. Mit allen möglichen Bekleidungsstücken bin ich ausgefahren um einzuchecken. Die beiden Wechselsäcke waren prallvoll mit kurzen Bekleidungsstücken, langen, Regenbekleidung, Sonnencremen usw. Ich musste meinen Sack nicht extra markieren, denn meine Säcke waren die grössten und schwersten, am prallsten gefüllten. Ich bin dazu noch aufgefallen, weil ich einer der wenigen war, die ihre Beine nicht rasiert hatten (was ich heuer schon geändert habe ;-)).

Die Nacht vor dem Halbironman hatte ich sehr gut geschlafen, doch am Morgen war die Nervosität ziemlich hoch. Relativ früh war ich schon anwesend um ja nicht in Stress zu geraten. In aller Ruhe versuchte ich mein Rad vorzubereiten, besuchte mehrere Male das WC, bis es endlich so weit war. Ich startete aus einer hinteren Startwelle, was nicht so angenehm ist, denn man hatte nicht die Möglichkeit, sich einzuschwimmen. Beim Schwimmen bei der ersten Boje bekam ich einen Schlag auf die Brille, wo mir die Brille verrutschte. Ich musste daher kurz halt machen und mir die Brille richten. Trotz dieses Missgeschick war die Schwimmzeit nicht so schlecht.

Allerdings der Wechsel, der dauerte wieder eine kleine Ewigkeit (knappe 7 Minuten). Obwohl ich so langsam war verlor ich in der Wechselzone meine Gels, die ich mir ins Trikot steckte. Das bemerkte ich aber erst nach etwa 40km auf dem Rad, und auf der Strecke wurden keine Gels gereicht. Die ersten km auf dem Rad liess ich es langsam angehen, da ich nicht wusste, welches Tempo ich einschlagen kann um ins Ziel zu kommen. Erst nach ca 40km, wo ich bemerkte, dass die Gels weg waren, wurde ich munter und gab etwas Gas. Je länger das Radfahren dauerte umso schneller wurde ich.

Der Wechsel vom Rad zum Laufen war wieder mal ein langsamer Wechsel, ich benötigte knappe 5 Minuten dafür. Ich liess es beim Laufen wieder langsam angehen, nur hier konnte ich mich im Gegensatz zum Rad nicht mehr steigern. Der Puls war im Keller und wollte nicht mehr hoch. Dazu war es ziemlich warm, was mir beim Laufen einige Probleme bereitete.

Nach 5:41 erreichte ich überglücklich das Ziel. Ich hatte mit einer Zeit von 6:00 kalkuliert, mein Ziel hatte ich also ziemlich übertroffen. Ich genoss noch ziemlich lange die Stimmung, bis ich mir was zum Essen holte. Am Abend gab es im Festzelt ein wunderbares Buffett und eine ganz tolle Stimmung. Glücklich machte ich mich dann auf die Heimreise, und im Bett liess ich den Tag nochmals Revue passieren.

Die Woche nach dem Halbironman trainierte ich in einem niedrigen Bereich. Am Mittwoch war das Wetter so perfekt, dass ich mich kurzerhand entschloss nach Klagenfurt zu fahren um dort die Radstrecke abzufahren. Ich war sofort von dieser Radstrecke angetan, so schön ist diese Strecke. Auch die Steigungen empfand ich nicht als so hart, aber wenn man die Strecke ein zweites Mal, wie beim Ironman, fahren muss, dann werden die Steigungen schon hart.

Nach einer Woche konnte ich wieder voll trainieren. 3 Wochen vor dem Ironman nahm ich an einer Kurzdistanz teil, als Ende des letzten harten Trainingsblocks, bevor das Tapering begann. Das war am Neufeldersee. Dieser Tag war der heisseste Tag im Juni und Juli, am Rad zeigte mir der Radcomputer 49° an. Der erste Schock kam gleich am Morgen, denn da wurde verlautbart, dass Neoverbot herrscht. Andererseits dachte ich mir, dass es nicht so schlecht ist, denn dann bin ich bei den Wechsel vielleicht etwas schneller ;-).

Das Schwimmen wurde in 3 Wellen eingeteilt, dieses Mal durfte ich aus der ersten Welle starten. Nach 15 Minuten war die 2. Welle an der Reihe. Insgesamt mussten 2 Runden a 750m geschwommen werden. Das hiess für mich, dass ich in der ersten Runde Gas geben muss um noch vor der 2. Welle die 2. Runde in Angriff nehmen zu können, was auch klappte. Der Wechsel ging auch sehr gut von statten, und raus auf die Radstrecke.

Die Strecke ist etwas wellig, aber dennoch sehr angenehm zu fahren. Leider war sie nicht abgesperrt, daher gab es auch einen etwas schwereren Unfall. Ich kam gut durch und machte mich nach einer für mich guten Radzeit auf die Laufstrecke. Nach 1km hatte ich einen anderen Teilnehmer eingeholt, der sich an mich hartnäckig anhängte. Da es so heiss war konnte ich auch nicht viel schneller und entschied mich, mit ihm gemeinsam zu laufen. Wir pushten uns gegenseitig etwas und erreichten gemeinsam nach 2:40 das Ziel. Auch mit dieser Zeit war ich zufrieden, denn meine erste Kurzdistanz hatte ich nach 3:00 gefinished.

Ich war also bestens vorbereitet für meinen ersten Ironman, der in 3 Wochen stattfinden sollte. Doch davon erzähle ich euch in meinem nächsten Post.

Einen schönen Abend,
Markus!